WBW Danziger Platz/Ostbahnhof, Frankfurt/Main, 2007

Benedikt Schmitz, Maike Lück in SML Architekten

Stadtgarten Ostbahnhof

Ein in die Höhe entwickelter, als Stadtregal ausgebildeter vertikaler Bahnhofsgarten spiegelt die Bedeutung und Funktion des Ortes auf regionaler Ebene innerhalb des Frankfurter Stadtgefüges wieder. Der Bahnhofsgarten bietet die Möglichkeit, als Quartiersplatz ein Angebot an Freiraum- und an stadtteilbezogenen Nutzungen bereitzustellen. Die Verbindung von Landschaft, Platz und Bahnhof ist einzigartig und schafft einen räumlich markanten Identifikationspunkt. Eine ganzjährig nutzbare, über sanfte Promenadenrampen begehbare Regalskulptur entsteht mit verschiedenen Aufenthaltsqualitäten und Ausblicken über die Stadt.
Das Stadtregal ist nicht nur ein vertikaler Freiraum, sondern auch ein in die Höhe entwickelter Bahnhof. Während im Erdgeschoss hauptsächlich Versorgung und Dienstleistungen vorgesehen sind, bieten die in die Regalskulptur eingehängten Kuben als vertikale Stadt in den Obergeschossen Gastronomie-, Kultur-, Freizeit- und Sportnutzungen mit direktem Freiraumbezug an; als Auftakt ist ein Bürohaus vorgesehen. Quartiersbezogene Angebote werden in diesen Nutzungsmix mit direktem Bezug zum Platz integriert – so zum Beispiel der Musikprobenraum im Erdgeschoss oder das Kneipencafé mit Stadtteilbibliothek auf Promenadenniveau oder das öffentliche Sonnendeck mit Pool auf dem obersten Regalboden. Die ganztägige Nutzung des Stadtregals wird durch ein 24-Stunden-Fitness- und Wellnesscenter und die weithin sichtbaren Räumlichkeiten für einen Club (über allen Dächern an der Bahn) vervollständigt.

Der Platz wird als multifunktionale, befestigte Fläche gestaltet, die Bewegungsströme ermöglicht und Raum für vielfältige Nutzungen lässt (z.B. Markt, Flohmarkt, Public Viewing, Stadtteilfest). Dabei erfährt er eine Zonierung in aktive und ruhige Bereiche. Die Umsetzung geschieht in befestigten Streifen, die auf Raumproportion und Dynamik des Ortes (Grünzug, Bahngleise) reagieren und die lineare Regalstruktur fortsetzen. Die unterschiedliche Materialität der Beläge bildet eine homogene Gesamtfläche, die lebendig texturiert wird. Überdachungen vervollständigen als übergreifendes, einheitliches Gestaltungsmittel analog zur Architektur des Stadtregals das Gesamtensemble. Sie fungieren als Bündelung der infrastrukturellen Anschlüsse an U- und S-Bahn sowie Bus- und Taxistand. Die Überdachungen werden zusätzlich zur Unterbringung weiterer Funktionen z.B. Kiosk/Café, Blumenladen genutzt und bilden so eine weithin sichtbare Anlaufstelle.